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Es ist Donnerstag, 19.12 Uhr Ortszeit. Sechs Männer im besten Alter von 14 bis 40 Jahren haben es endlich geschafft, sie sitzen gemeinsam im Auto – Zielrichtung: Tessin, im Herzen der italienischen Schweiz. Es herrscht noch leicht bedrückte Stimmung, schließlich standen am Nachmittag noch ganze Freundschaften auf dem Spiel.
23.59 Uhr – Zwischenstopp am Oberalppass. Die zwei alten Hasen rollen genüsslich ihre Isomatte auf der Fußbodenheizung des wohl kleinsten aber auch schönsten Bahnhofsgebäudes der Schweiz aus. Die vier anderen jungen Böcke genießen lieber die Sternschnuppen, geschlafen wird außerhalb.
Wir schreiben Freitag - 12.00 Uhr. Vorbei an der Staumauer an der einst James Bond Golden Eye drehte, werden neue Helden geboren. Angekommen im berüchtigten Versazca-Tal, nähe Lago Maggiore. Statt dem altbekannten Grüezi – schallt es nun ein herzliches Ciao und Salve zwischen dem Wandervolk hin und her.
Mittlerweile 21.11 Uhr. Nach dem ersten harten Fußmarsch sitzen wir erschöpft aber glücklich an der Feuerstelle der Alpe Osola. Gebraten werden auf einem Stein im Feuer die restlichen Nudeln im Griesschnittenstyle. Fr. Emmenecker wäre stolz auf uns. Zufällig mit dabei eine Familie aus Freiburg, woher denn auch sonst…  Im Hintergrund rauschen die Wasserfälle.
Samstag - 16.12 Uhr. Lautes Gejohle schallt ins Tal. Zur Erfrischung ein kleines Bad im 6°C warmen Gebirgsbach, die Schafherde in der Nachbarschaft nun wohl endgültig verwirrt. Um uns herum mittlerweile die hochgelegene Berghütte Sambuco, unter uns das Wolkenmeer, über uns die steinigen Gipfel der Alpen greifbar nahe.
Sonntag - 8.59 Uhr . Vor  4 Stunden aufgestanden, sind es noch wenige Meter nach oben. Die Füße schwer, kratzend in das Eis unterhalb 2735m hohen Monte Zucchero. Doch Bergsteiger müssen tun, was sie tun müssen. Fern ist der Alltag – Glücksgefühle pumpen durch die Adern. Magische Stille kehrt ein – der Gipfel ist erreicht!
Angekommen um 20.43 - Riegel Ortseingang. 23 km Fußweg und 2175 Höhenmeter zum Aufstieg als auch Abstieg spürbar in den Beinen. Die Gedanken schweifen etwas ab, hart war es aber wie im „Paradies“. Vor uns die Michaelskappelle, der Kaiserstuhl und die vertraute Heimat.
Irgendwie auch schön, aber irgendwie anders.

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